Ostern
im Märchenland
Neugierig
schaute der Frühling ins Land. Im Hasenland waren
wie überall schon die ersten Krokusse dabei ihre
Spitzen durch die harte Erddecke zu drücken. Am
Eingang zum Hasenland hatte Vater Hoppel das größte
Ei auf einen Wagen gelegt und mit Blumenranken
verziert. Es sollte das Zeichen für Alle sein, dass
hier das Osterhasenland beginnt. Alle Hasen im
Osterhasenland waren sehr stolz darauf, hier zu
wohnen und mit dazu zu gehören. Immerhin lernten sie
von klein auf welch wichtige Aufgabe sie als
Osterhasen zu erfüllen hatten.
Alle Hasen
freuten sich auf den Frühling, kam doch jetzt ihre
große Zeit. Nur Einer saß traurig an der Seite, es
war Hopps, ein Hasenkind. Alle durften mitmachen,
jeder bekam seine Aufgebe nur Hopps bekam ständig zu
hören „du bist zu klein, du kannst das noch nicht“.
Hopps war jedoch so tief traurig, dass er nicht mehr
essen und nicht mehr schlafen konnten. Als Abends
der Mond aufging und die anderen Hasen zur Ruhe
gegangen waren machte sich Hopps auf den Weg. Er
hatte sich vorgenommen zum Hühnerstall zu gehen und
die Henne zu bitten ihm ein paar Eier zu überlassen,
damit er es den anderen beweisen konnte. Was er doch
für ein großer Hase war. Als er zum Stall kam, trat
ihm zuerst der Hahn entgegen „was willst du denn
mitten in der Nacht, wo alle anderen schlafen“
fragte er ihn. „Guten Abend, ich bin Hopps ein
Osterhase“ stellte er sich vor. „Seien sie nicht
böse Herr Hahn, ich möchte nur um ein paar Eier
bitten.“ „Eier, mitten in der Nacht“ wiederholte
sich der Hahn „meine Hühner schlafen, außerdem habe
ich mit Hoppel abgesprochen, dass morgen die Eier
abgeholt werden“. „Das weiß ich ja“ sagte Hopps
kleinlaut. „die Großen lassen mich nicht Eier
bemalen und ich möchte ihnen doch so gerne beweisen,
dass ich es auch schon kann. Darum bitte ich Dich
mir nur ein paar Eier zu geben“
„Na mein
Kleiner, dann werde ich mal nicht so sein, damit wir
endlich zur Ruhe kommen und du auch ins Bett gehen
kannst.“ „Hört mal her“, wandte sich der Hahn jetzt
an seine Hühner. Ihr habt gehört was der Kleine sich
wünscht. Hat vielleicht eine von euch noch ein paar
Eier versteckt?“ Da meldete sich Braunchen eine
fleißige Legehenne. „Ich habe für morgen ein paar
Eier
beiseite
gelegt, aber für Hoppel werden die Anderen morgen
noch genug Eier zusammen bekommen.“ „Na dann geh hin
und hol Dir ´die Eier“ meinte müde der Hahn.
Zu Hoppel
gewandt „Danke, danke“ rief Hopps erfreut. “Doch wie
bekomme ich die Eier jetzt nach Hause?“ überlegte
der kleine Hase. „Komm schon und lad auf“ meldete
sich jetzt eine zweite Henne, die Mitleid mit Hopps
hatte.„Ich fahre sie dir nach Hause.“
„Ihr seit so
gut zu mir, das werde ich Euch nicht vergessen“
Hopps kamen fast die Tränen vor lauter Freude. „Pack
die Eier gut in Heu ein, damit sie auf der Fahrt
nicht kaputt geht“ mahnte die Henne noch. Hopps tat
wie ihm geheißen, und die Henne brachte ihn nach
Hause.
Im Hasendorf
hatten man nicht gemerkt, dass Hopps noch einmal
fortgehoppelt war. Er schlich sich schnell in sein
Hasennest und schlief, umgeben von süßen Träumen bis
die Sonne am anderen Morgen strahlend vom Himmel
lachte. Heute saß Hopps nicht abseits, er kam zum
Frühstück und ging danach fröhlich spielen. Keiner
der anderen Osterhasen ahnte Hopps sein Geheimnis.
„Er ist wieder vernünftig geworden“ meinte Mutter
Hase.
Als die Anderen
jedoch zum Bauernhof gegangen waren um die
bestellten Eier von den Hühnern abzuholen, schlich
sich Hopps zur Wiese. Vater Hoppel sammelte alle
Eier ein und verteilte sie an die Osterhasen. Alle
gingen sehr behutsam mit der zerbrechlichen Last um,
damit sie diese ja ganz nach Hause brächten.
In der
Zwischenzeit hatte sich Hopps auf der Frühlingswiese
umgesehen. Seine Eier sollten ja schließlich die
Schönsten werden, hatte er sich vorgenommen. Er
hoppelte zum Vergissmeinnicht und bat es um blaue
Farbe. „Gerne“ antwortete dieses „helfe ich Dir mit
meiner Farbe aus. Es macht mir ja auch Freude, wenn
ich am Ostermorgen die Kinder bei der Eiersuche
beobachten kann.“ „Danke, das werde ich Dir nicht
vergessen“ strahlte Hopps. Danach lief er zum
Gänseblümchen „Darf ich mir bitte ein paar von Euch
Pflücken, ich brauche Euch zum verzieren der
Ostereier.“ „Na da wollen wir mal nicht so sein,
suche Dir die Schönsten von uns aus“ antworteten die
Blümchen. Ganz vorsichtig pflückte Hopps sich
einige
Blümchen. In Tautropfen zerdrückte er ein paar
Vergissmeinnicht Blättchen und färbte damit 2 Eier
blau darauf klebte er mit dem Harz des Tannenbaumes
die Blüten von den Gänseblümchen. Jetzt ging Hopps
zu den Stiefmütterchen und erbat sich gelb und
violett von ihnen . Gerne gaben auch diese Blümchen
ihre schönsten Farben für die Ostereier. Nun wurde
ein Ei gelb und ein Anderes Violett bemalt..
Hopps sucht
sich kleine zarte Blüten auf der Wiese um sie auf
die Eier zu kleben. Jetzt musste er sich aber
beeilen denn die anderen Hasen würden gleich vom
Hühnerhof zurückkehren. Ein Ei war noch übrig
geblieben. „Das konnte doch nicht weiß bleiben“
überlegte Hopps. Einer hatte ihm jedoch zugesehen.
Das war Frau Sonne, die die ganze Zeit das Treiben
von Hopps beobachtet hatte und sich nun zu Wort
meldete. „Hallo, Hopps schön hast Du Deine Eier
bemalt. Darum möchte ich Dir für dein letztes Ei das
Gold meiner Sonnenstrahlen leihen.“ Wie staunte
Hopps von der Sonne angesprochen zu werden. „Wie
soll das gehen“ fragte er. „Lege das Ei hier auf die
Wiese“ meinte die Sonne „und gehe zur Seite“. Hopps
tat wie ihm geheißen und legte das letzte Ei ins
Gras. Es dauerte nur wenige Sekunden und sein Ei war
in pures Gold getaucht. „Danke“ flüsterte Hopps ganz
andächtig.
Schnell
versteckte er seine Eier in einer Mulde auf der
Wiese und tat als ob nichts geschähen wäre.
Inzwischen waren die anderen Hasen mit ihren Eiern
im Hasendorf angekommen und begannen mit der Arbeit.
Hopps beobachtete sie mit stillem Vergnügen. Als
alle Eier bemalt waren, forderte Hoppel auf die Eier
in ein großes Nest zu legen. Am nächsten Morgen
sollten die Eier dann an die einzelnen Osterhasen
verteilt werden und jeder würde zum verstecken in
die einzelnen Gärten hoppeln. So trugen also die
Hasen ihre Eier zusammen. Als Alle zur Ruhe gekommen
waren, schlich sich Hopps zu seinen Eiern und legte
diese ebenfalls ins gemeinsame Nest.
Welch ein
staunen ging durch die Hasen als sie am anderen
Morgen das große Osternest betrachteten. „Wo kommen
denn diese Eier her?“ „Wer hat die Eier denn
gefärbt?“ So hörte es Hopps von allen Seiten. Als
alle Hasen beisammen waren und das Rätsel nicht
lösen konnten. Meinte Hopps ganz bescheiden „das war
ich“. „Duuu??“ fragten alle Hasen wie aus einem
Munde. « Ja,
ich ! » antwortete Hopps noch einmal. „Ich habe mir
nachts 3 Eier von den Hühnern geholt und als ihr
eure Eier holtet, habe ich meine bemalt. Die Sonne
hat mir geholfen und ihr Gold für mein drittes Ei
spendiert.“ „Das war ja eine tolle Leistung“ lobte
ihn Hoppel vor allen Hasen. „Weil du so ungewöhnlich
hübsche Eier gefertigt hast, darfst du jetzt auch
beim verstecken helfen“. „Du kannst mit Hupps zum
Forsthaus gehen. Deine Eier darfst du selbst
verstecken.“ Das war die größte Auszeichnung die
Hopps bekommen konnte und er war sehr stolz darauf.
Gag, das Huhn beobachtete alles und freute sich für
Hopps das die Mühe die er sich gemacht hatte nicht
umsonst war. Sie erzählte es allen Hühnern.
von
Christina Telker
Erzieherin in einen Ev. Kindergarten
Copyright © by
Christina Telker
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